Bariton Weissenborns: Und warum überhaupt ???

Mir erscheint der Ansatz einer relativ flachen Weissenborn, die zudem im Vergleich zur „normalen Gitarre“ eine verkürzte Mensur (63,5 cm anstellen von 65,0 cm) aufweist und dann noch einen Ganzton tiefer gestimmt ist, nicht unbedingt ideal, wenn es um eine möglichst gute Bassabstrahlung geht.Nun waren die alten Weissenborns nun einmal auch keine wahren Bass – Instrumente. Mussten sie ja auch nicht unbedingt sein.Gespielt wurde oft im Ensemble und da setzten sich die Bässe nur sehr bedingt durch oder deren Register wurde von anderen Instrumenten (Kontrabass) mitübernommen.

 

Viele Musiker setzen die Weissenborn mittlerweile sehr universell ein und da erscheint ein möglichst harmonische Verhältnis zwischen den einzelnen Registern als sinnvoll.

Die dicken Saiten, die oftmals bei den neuen Weissenborns aufgezogen werden, klingen schnell dumpf und matt. Dünnere Saiten klingen da schon drahtiger, lassen aber oftmals auch eine gewisse Grundtönigkeit vermissen.Um dem entgegenzuwirken verändere ich bei meinen Bariton – Weissenborns  folgende Konstruktionsmerkmale:

  1. durch die längere Mensur (71,2 cm anstelle der gebräuchlichen 63,5 cm) erreiche ich, dass das Instrument ohne Probleme auf C gestimmt werden kann. Mit den gleichen Saiten, die eben auch für eine „normale “ Weissenborn in D Stimmung für den tiefsten Ton genommen werden würden. Schließlich ist die Mensur auch um exakt 2 Bünde verlängert worden.
  2. die tiefere Zarge lässt das Bassregister besser abstrahlen und sorgt für eine klarere Grundtönigkeit in den Bässen.
  3. die Hohlraumresonanz wird tiefer und begünstigt die Bassabstrahlung
  4. ein angenehmer Nebeneffekt ist die leichtere Intonation beim Spielen. Da die Bundabstände länger sind, machen sich Intonationsungenauigkeiten weniger stark bemerkbar.

 

Bariton Weissenborn mit Decke aus Alpenfichte und Zargen / Boden aus Zwetschge

 

 

Instrument mit Decke aus Alpenfichte und Boden / Zargen aus Walnußholz